Insektensterben lässt Alarmglocken schrillen - Aktionsprogramm wichtiger Schritt

Veröffentlicht am 24.02.2019 in Umwelt

Der Schutz von Insekten ist spätestens seit dem erfolgreichen Volksbegehren in Bayern in aller Munde. In NRW erwägen Naturschützer eine ähnliche Initiative. Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat nun den Entwurf eines "Aktionsprogramms Insektenschutz" vorgelegt, mit dem das Insektensterben gestoppt werden soll.

"Wenn es selbst in Schutzgebieten heute über 70 Prozent weniger Insekten gibt als vor 30 Jahren, müssen alle Alarmglocken schrillen. Insekten sind für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen unverzichtbar", so die SPD-Bundestagsabgeordnete Ursula Schulte, die das Aktionsprogramm begrüßt.

Der Entwurf des Programms, das im Frühsommer von der Bundesregierung beschlossen werden soll, sieht mehrere Maßnahmen vor, u. a. jährlich 100 Millionen Euro für die Forschungsförderung sowie ein eigenes Insektenschutzgesetz. Alle Bereiche der Gesellschaft werden in den Blick genommen. So soll etwa in den Städten auf insektenfreundlichere Lichtquellen umgestellt werden. Die Pflege städtischer Grünflächen und die Art der Waldbewirtschaftung sollen ebenfalls insektenverträglicher werden.

Da über die Hälfte der Fläche Deutschlands landwirtschaftlich genutzt wird und Insekten besonders unter dem Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln sowie unter Monokulturen leiden, kommt laut Umweltministerium eine ganz entscheidende Rolle beim Insektenschutz der Landwirtschaft zu. Glyphosat soll spätestens 2023 von den Feldern verbannt und die Agrarförderung der EU umgestellt werden.

Ursula Schulte sieht dafür in der anstehenden Reform der EU-Agrarpolitik (GAP) eine große Chance: "Statt Massenproduktion für den Weltmarkt auf immer größeren Flächen müssen die Leistungen der Landwirte für Natur- und Artenschutz viel stärker gefördert werden". Nötig seien zum Beispiel mehr Blühstreifen und Streuobstwiesen, die ideale Lebensräume für Insekten darstellten. Mit Interesse habe sie in diesem Zusammenhang eine Konzeptidee von Studierenden der Borkener Fachschule für Agrarwirtschaft zur Kenntnis genommen, die die Umwandlung von Feldrändern in Wiesen vorsehe.

"Ich würde mich freuen, wenn auch das Bundeslandwirtschaftsministerium das Aktionsprogramm Insektenschutz unterstützt und sich darüber hinaus für eine ambitionierte Reform der EU-Agrarpolitik einsetzt", so Ursula Schulte abschließend.

 
 

Ursula Schulte, MdB

Ursula Schulte, MdB
Wahlkreis 126 Borken II

Südlohn. Das Interesse der Verbraucher an biologisch produziertem und regionalem Essen nimmt zu. Davon konnte ich mich während meiner Sommertour bei der Firma Rüweling in Südlohn überzeugen.

"90 Prozent des Schlachtviehs kommen aus der Region und 90 Prozent der Produkte werden wieder in die Region verkauft. Damit ergebe sich faktisch ein geschlossener Wirtschaftskreislauf aus Produktion, Vermarktung und Verbrauch in derselben Region", erklärten Daniel und Paul Rüweling, Geschäftsführer des Familienunternehmens. Das verringere den Transport von Lebensmitteln, schaffe gesunde wirtschaftliche Voraussetzungen in der Region und wirke nachhaltig für kommende Generationen. Da bin ich mit den Unternehmenschefs von Rüweling einig.

Ingrid Arndt-Brauer, MdB


Ingrid Arndt-Brauer, MdB
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Das Angehörigenentlastungsgesetz kommt. Damit gibt es bald spürbare Verbesserungen in der Sozialhilfe und bei der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Das hat das Bundeskabinett heute beschlossen.

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